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Jenseits der Grenzen
Arabische Künstlerinnen im ZKM



Belvedere, schöne Aussicht – diesen poetischen Titel wählte Yto Barrada für ihre dreiteilige Fotoserie aus der Sammlung Deutsche Bank. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen Menschen, die vor einer Kaimauer stehen und auf das offene Meer blicken. Zunächst erinnern diese Rückenfiguren an die Landschaftsmalerei der Romantik. Doch die Situation, die die „Künstlerin des Jahres“ 2011 hier festhält, ist alles andere als romantisch: Die Menschen genießen keine stimmungsvolle Aussicht, sondern blicken in Richtung eines Kontinents, den sie wohl nie betreten werden. Auf Grund des Schengener Abkommens ist es den Bewohnern der marokkanischen Metropole Tanger, Barradas Heimatstadt, in der ihre Serie 2001 entstand, nicht möglich, die nur 13 Kilometer breite Straße von Gibraltar legal zu überqueren. Jährlich sterben Dutzende von Menschen bei dem Versuch, die Meerenge zwischen Afrika und Europa zu überwinden, um im Norden eine bessere Zukunft zu finden.

Zu sehen ist Barradas ebenso lakonische wie eindrucksvolle Serie jetzt in der Ausstellung Cross-border im ZKM in Karlsruhe. Die Schau präsentiert Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen aus dem arabischen Mittelmeerraum, die sich mit kulturellen, politischen und territorialen Grenzen auseinandersetzen. Cross-border stellt eine Region vor, deren Kunstszene gerade international auf verstärktes Interesse stößt. Nicht erst seit Beginn des Arabischen Frühlings befinden sich Staaten wie Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten oder Libanon in einem politischen und kulturellen Aufbruch. Das reflektieren die Künstlerinnen der Ausstellung auf ganz unterschiedliche Weise. Dabei bewegen sie sich häufig zwischen den Welten – zwischen Nordafrika und Europa, einheimischen Traditionen und der westlichen Moderne. Als Nomadin versteht sich die in Kairo geborene Künstlerin Anna Boghiguian, die mit ihren skizzenhaften Zeichnungen auch auf der 13. documenta vertreten war. Sie verbindet figurative Elemente und Texte zu einer Art visuellem Tagebuch. Faten Rouissi reagiert mit ihren Arbeiten ganz unmittelbar auf die politischen Umbrüche in ihrer Heimat Tunesien. Wracks von Autos, die bei den revolutionären Unruhen ausbrannten, verwandelt sie bei Performances in Kunstobjekte. Während sich die Fotoarbeiten der in Kanada lebenden Libyerin Arwa Abouon mit der Rolle muslimischer Frauen beschäftigen, geht es in Bouchra Khalilis Videos aus der Serie Mapping Journey um das Schicksal von Migranten, deren Schicksal immer wieder von territorialen und politischen Grenzen bestimmt wird.

Mehr filmische Arbeiten aus dem arabischen Mittelmeerraum kann man im September auch in Berlin erleben: das Doku.Arts-Festival zeigt künstlerische Dokumentarfilme, die mit visuellem Archivmaterial arbeiten. Auch hier ist Yto Barrada vertreten – mit ihren Filmen, aber auch als Gründerin der Cinémathèque de Tanger, die sich seit 2006 als eine der wenigen unkommerziellen Institutionen der Region für die Filmkultur engagiert.

Cross-border. Künstlerinnen der Gegenwart aus dem arabischen Mittelmeerraum
27.4.– 8.9.2013
ZKM | Museum für Neue Kunst, Karlsruhe

Doku.Arts
Second Hand Cinema – Zukunftsperspektiven für den künstlerischen Dokumentarfilm

11.9.– 29.9.2013    
Zeughauskino Deutsches Historisches Museum, Berlin




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