40 Jahre Sammlung Deutsche Bank
Luigi Ghirri: “Porto Recanati”, 1984

Max Bills in sich gedrehte Granitskulptur „Kontinuität“, Christos und Jeanne-Claudes Installation „The Gates“ im winterlichen New Yorker Central Park, Cao Feis Vision einer virtuellen, futuristischen Szenerie im Nirgendwo: Wir zeigen in monatlicher Folge Werke, die jedes für sich ein Stück Zeitgeschichte repräsentieren und einen Aspekt der Sammlung Deutsche Bank widerspiegeln, die in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag feiert.


Luigi Ghirri
Porto Recanati, 1984

© Eredi di Luigi Ghirri


Ein poetischer Revolutionär: Mit seiner heute legendären Ausstellung Viaggio in Italia erneuerte Luigi Ghirri 1984 die italienische Fotografie. Weg von den Postkartenansichten des „Bel paese“, weg von den konventionellen dokumentarischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Stil des Neorealismus – das war die Devise von Ghirri und seinen Mitstreitern. Dieser jüngeren Generation italienischer Fotokünstler ging es um ein neues Bild ihres Landes fernab aller Stereotypen. So lenken Ghirris subtile Farbaufnahmen den Blick auf das Alltägliche, Periphere, Übersehene. Die meisten dieser dichten, stimmungsvollen Alltagsszenen, Interieurs und Landschaften entstanden in seiner Heimat, der Provinz Emilia-Romagna im Norden des Landes.

Viele der Fotografen aus Viaggio in Italia sind auch in der Sammlung Deutsche Bank vertreten, so etwa Olivo Barbieri, Gabriele Basilico und Vincenzo Castella. Ihre Arbeiten werden in den Niederlassungen in Mailand und Rom präsentiert. Unter dem Titel Immagini dell’Italia sind hier neben Papierarbeiten vor allem zahlreiche Fotografien zu sehen, die sich zu einem vielschichtigen, durchaus auch widersprüchlichen Porträt des Landes verdichten.