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"Es geht um das Leben, nicht um Narzissmus"
Eugen Schönebeck in der Frankfurter Schirn



Nach Peter Roehr und Uwe Lausen kann man in Frankfurt erneut einen deutschen Künstler der 1960er Jahre wiederentdecken – den Maler Eugen Schönebeck. Die Schirn widmet dem 1936 in der Nähe von Dresden geborenen Künstler eine umfassende Schau, die nahezu alle erhaltenen Gemälde und die bedeutendsten Zeichnungen präsentiert. Schönebeck ist mit zahlreichen Papierarbeiten in der Sammlung Deutsche Bank vertreten, die die Schau mit vier Leihgaben unterstützt. Dazu zählt die 1966 entstandene Zeichnung Majakowski. Das Porträt des sowjetischen Dichters entstand im Zusammenhang mit einer 1964 begonnenen Serie, die den "Geisteshelden des Sozialismus" gewidmet ist – Lenin, Trotzki, Mao oder dem mexikanischen Malers und kommunistischen Aktivisten David Alfaro Siqueiros. Schönebeck, der nach dem Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Ostberlin nach Westberlin übergesiedelt war, bediente sich bei den Bildnissen dieser wie versteinert wirkenden "Ikonen" eines flächigen Malstils, den er in der DDR in einem Wandmalerei-Praktikum erlernt hatte. Zugleich zitiert er die Zweidimensionalität der Pop-Art. Schönebeck enthüllt die Macht der Bilder im doppelten Sinne: Einerseits können sie zu einer Ideologie verführen, anderseits deren Wirkungsmechanismen entlarven.

Während seiner Studienzeit an der Westberliner Hochschule für bildende Künste 1955 bis 1961 hatte Schönebeck die Entwicklungen in der aktuellen europäischen Kunst kennengelernt. Beeindruckt von Jean Fautrier, Wols und Hans Hartung entstanden erste gestische Zeichnungen. 1957 begann ein 5-jähriger intensiver Austausch mit Georg Baselitz an, der in der Veröffentlichung von Pandämonium II. – Manifest gipfelte. Darin forderten sie eine neue Kunst, die sich radikal von der vorherrschenden, als unverbindlich empfundenen abstrakten Malerei des Informel und Tachismus absetzen sollte: "Es geht um das Leben, nicht um Narzissmus." Schönebecks Arbeiten aus dieser Zeit zeigen mutierte Wesen, die sich zwischen der Welt der Toten und der Lebenden bewegen, zwischen Abstraktion und Figuration changieren. In häufig grotesk übersteigerten Bildern verarbeitet Schönebecks das Grauen, das er als Kind am Ende des 2. Weltkriegs miterlebt hat. Kurze Zeit später entwickelt er dann seine "realistische" Bildsprache und die übergroßen Porträts entstehen. Diese eigenwilligen Arbeiten, die heute überaus zeitgemäß erscheinen, stießen seinerzeit nur auf geringes Interesse. 1967 entstanden die letzten Gemälde und Eugen Schönebeck zog sich völlig ins Privatleben zurück.

Eugen Schönebeck 1957–1967
23. Februar – 15. Mai 2011
Schirn, Frankfurt am Main




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