Preisträger des Villa-Romana Preises 2009 nominiert: Vier
junge Künstler erhalten Stipendium des von der Deutsche Bank Stiftung
geförderten Künstlerhauses in Florenz
Olivier
Foulon, Kalin
Lindena, Benjamin Yavuzsoy und Eske
Schlüters sind die Preisträger 2009 des Villa
Romana-Preises. Auf ihrer Sitzung am 18. und 19. Juli in Florenz
wählten die diesjährigen Juroren – Susanne
Titz, Direktorin des Museum
Abteiberg in Mönchengladbach, und der in Berlin lebende Künstler Eran
Schaerf – diese Künstler aus elf vorgeschlagenen Bewerbungen aus. Der
Villa Romana-Preis ist mit einem zehnmonatigen Arbeitsaufenthalt (Februar
bis November) in dem Künstlerhaus in Florenz, einem freien Atelier sowie
einem monatlichen Stipendium verbunden. Der Villa Romana-Preis wird vom
Verein Villa Romana ausgelobt und finanziert mit Mitteln der Deutsche
Bank Stiftung, des Beauftragten
der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie weiterer privater
Förderer.
Olivier Foulon, 1976 in Anderlecht geboren,
studierte an der Ecole
de Recherche Graphique in Brüssel und anschließend 2001 bis 2002 an
der Jan van Eyck Akademie in
Maastricht. Er lebt heute in Berlin. 2005 wurde er mit dem renommierten Young
Belgian Painters Award ausgezeichnet. In seiner künstlerischen Arbeit
geht es um Fragen der Repräsentation und den Akt des Zeigens, um
Referenzsysteme für Bildproduktion, ihre (kunsthistorischen) Vorläufer und
Wiederholungen, den Status von Modell und Kopie, Fragment und Ganzem,
Indizien und Geschichte. Foulons Ausstellungen sind präzise "Mises en
Scène" komplexer ikonografischer und zeiträumlicher Verweise.
Kalin
Lindena, 1977 in Hannover geboren, studierte bei Walter
Dahn an der HBK Braunschweig
und lebt heute in Berlin. 2005 wurde sie mit dem Kunstpreis
"junger westen" ausgezeichnet, 2008 mit dem Preis
für junge Kunst der Art
Cologne. Kalin Lindena operiert in ihren bühnenähnlichen
Installationen mit verschiedenen Materialien und Medien (Zeichnung,
Malerei, Skulptur, Film) und zitiert pop- und alltagskulturelle Signets
ebenso wie kunsthistorische Gesten. Angelpunkt ihrer künstlerischen
Produktion bleibt die Ambivalenz von Zitat und Authentizität, Expression
und Hermetisch-Fragmentarischem. Sie ist mit mehren Arbeiten in der Sammlung
Deutsche Bank vertreten.
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Eske Schlüters, 1970 geboren, studierte Visuelle
Kommunikation an der HFBK Hamburg.
Sie arbeitet mit dem Prozessieren von Texten und Bildern, indem sie sich
visuelle und akustische Ausschnitte aus vorhandenem Filmmaterial aneignet,
Einstellungen zum Teil zerlegt, neu montiert oder nachstellt. Ihre
filmischen Erzählungen strukturieren sich durch ausgelassene Anschlüsse
und anschließende Auslassungen, sie arbeitet mit Medien als
Umgehungsstrategie. 2006 widmete das Museum
für Gegenwartskunst Siegen Eske Schlüters eine Einzelausstellung
unter dem Titel Sehen
als Denken sehen.
Benjamin Yavuzsoy, 1980 geboren, schloss
2007 sein Studium an der HFBK Hamburg bei Prof.
Wiebke Siem ab und lebt weiterhin in Hamburg. Neben der Produktion von
Textminiaturen arbeitet Yavuzsoy mit dem Format von "Videobriefen" und
kurzen Videofilmen, in denen er oft selbst vor der Kamera agiert. Sie
dokumentieren performative Handlungen, die den Kodex von intimen und
öffentlichen Räumen, die Konstruktion von Eigenem und Fremdem in Zweifel
ziehen, bzw. mittels "generöser Gesten" Unmögliches markieren.
Die
Villa Romana wird von der Deutschen Bank als Hauptsponsor unterstützt und
ist ein international orientiertes Künstlerhaus in Florenz. Sie verfügt
neben Atelier- und Wohnräumen über Ausstellungssäle, Logierzimmer für
Künstler, Kuratoren und Gäste sowie einen 15000 Quadratmeter großen
Garten, der mit öffentlichen Projekten bespielt wird. Die Villa Romana
wurde 1905 von dem Maler Max Klinger
mit Unterstützung eines Freundeskreises erworben, um Künstlern eine
großzügige Wirkungsstätte in Florenz bereit zu stellen. Träger der Villa
Romana und Stifter des Villa Romana-Preises ist der eingetragene Verein
Villa Romana e.V. Zwischen 2006 und 2007 wurde die Villa Romana mit
Mitteln der deutschen Bundesregierung großzügig saniert und renoviert. In
der an kunsthistorischen Schätzen überreichen Stadt Florenz positioniert
sich die Villa Romana als Forum zeitgenössischer Kunst, das mit
Ausstellungen und verschiedenen Veranstaltungsformaten Dialoge mit dem
Publikum vor Ort und Kooperationen mit interessanten Partnern initiiert.
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