Art Works Die neue Kunstausstattung im IBC-C
Verjüngt und international präsentiert sich die
Kunstausstattung des IBC-C, dem neuen Hauptsitz der Deutschen Bank in
Frankfurt. Mit dem temporären Auszug aus den Zwillingstürmen bot sich die
Gelegenheit, die Präsentation der Sammlung Deutsche Bank neu auszurichten.
Die Vernissage im IBC-C bildete auch die Auftaktveranstaltung für "Art
Works", das Kunstprogramm der Sammlung Deutsche Bank mit zahlreichen neuen
Angeboten für Mitarbeiter und Öffentlichkeit.
 Takashi
Murakami, Smooth Nightmare Drawing, 2000, Sammlung
Deutsche Bank
Die zunehmende Globalisierung macht sich nicht nur in der
Wirtschaft bemerkbar. Auch in der Kunst verlieren nationale Kategorien an
Bedeutung. Kunststars arbeiten auf der ganzen Welt, die junge Szene ist
über alle Landesgrenzen hinweg miteinander vernetzt. Ein Phänomen, das
auch die Kunstausstattung des neuen, temporären Hauptsitzes der Deutschen
Bank prägt. "Der stärkere Fokus auf die internationale Kunstszene im neu
bezogenen IBC-Gebäude spiegelt die Veränderung der Bank wider", erläuterte Friedhelm
Hütte, Global Head of Deutsch
Bank Art, anlässlich der Einweihung der Kunstsammlung. So wie sich die
Bank neuen Märkten zuwende, sei auch ihre Kunst ausgerichtet. Dieser
Ansatz wird jetzt unter "Art Works" zusammengefasst – dem Motto des neuen
Kunstprogramms der Bank. Neben einer Konzentration auf die Medien
Zeichnung und Fotografie werden auch die edukativen Angebote der Deutsche
Bank Art weiter ausgebaut. Etwa mit der Reihe 10 x 10 –
10-minütigen Lunch-Lectures zu ausgewählten Arbeiten –, Künstlergesprächen
oder der Themenführung Greatest Hits, in der Highlights aus
der Sammlung vorgestellt werden. Ziel ist es, die Sammlung
Deutsche Bank noch stärker als bisher der Öffentlichkeit zugänglich zu
machen.
 Fotoarbeiten
von Katarina Sieverding im IBC-C
 Martin
Liebscher, Vorstand 1, 2005, Sammlung
Deutsche Bank
Zuerst hatten aber am 8. Mai
2008 die Mitarbeiter der Deutschen Bank die Gelegenheit, die
Kunstausstattung des 29-stöckigen Gebäudes an der Theodor-Heuss-Allee
kennen zu lernen. Die Deutsche Bank Kunst lud zur Vernissage mit Führungen
durch das Haus. Auf starkes Interesse stieß auch ein Künstlergespräch mit Martin
Liebscher, dessen Panoramen neben Werken von Frank
Darius, Delia Keller
oder Wolfgang Tillmans in der
ersten Etage des neuen Domizils zu sehen sind. Sie ist ausschließlich dem
Medium Fotografie vorbehalten, einem der Schwerpunkte der Sammlung.
 Kunstauktion
während der Vernissage im IBC-C
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Friedhelm Hütte, Global Head of Deutsch
Bank Art, übergibt den Scheck
über 62.450 Euro an Vertreter der von berami e.V
Der
Höhepunkt der Veranstaltung war eine Auktion, bei der limitierte
Grafik-Editionen, die Künstler wie Georg
Baselitz, Sigmar
Polke oder Neo
Rauch für die Bank geschaffen hatten, exklusiv an Mitarbeiter
versteigert wurden. Unter Leitung von Robert van den Valentyn vom Kölner
Auktionshaus Van Ham kamen
insgesamt 26 Kunstwerke unter den Hammer. Zuvor hatten Mitarbeiter bereits
67 Arbeiten in einer Online-Auktion erworben. Den Gesamterlös von über
62.450 Euro spendet die Bank an berami
e.V. Der Frankfurter Verein unterstützt seit 1990 den Einstieg von
Migrantinnen ins Berufsleben.
 Andreas
Gursky, Singapur Börse I, 1997, Sammlung
Deutsche Bank
Während die Frankfurter
Zwillingstürme nach ökologischen Gesichtspunkten zu "Green Towers"
umgebaut werden, bot der Umzug in das IBC-C die Möglichkeit, die
Präsentation der Sammlung Deutsche Bank neu auszurichten. Direkt neben dem
Empfang im Foyer des neuen Gebäudes zeigt Andreas
Gurskys gestochen scharfes Tableau Singapur Börse I (1997)
das alltägliche Business an einem der internationalen Finanzplätze. Die
großformatige Arbeit ist exemplarisch für die neue Kunstausstattung.
War am alten Standort jede der 38 Etagen chronologisch
einzelnen Künstlern oder wichtigen Schulen der deutschen Nachkriegskunst
gewidmet, hat sich die Präsentation im IBC-C deutlich verjüngt und
internationalisiert.
 Gerhard
Richter, Abstrakt, 26.5.92, 1992, Sammlung
Deutsche Bank
Natürlich trifft man auch
hier bedeutende Arbeiten von Joseph
Beuys, Markus
Lüpertz oder Gerhard
Richter. Dazu kommen jetzt aber auch Künstler wie Richard
Artschwager, Eva Hesse
oder Maria
Lassnig, mit denen sich die junge Generation gerade verstärkt
auseinandersetzt. Zu diesen einflussreichen Positionen zählt auch Louise
Bourgeois. Nur wenige Künstler setzen das Biografische so unmittelbar
in ihrer Arbeit um wie die New Yorkerin. Nicht nur die eigene
Familiengeschichte, sondern auch Themen wie Körperlichkeit und Sexualität
sind für ihr Werk von zentraler Bedeutung.
 Louise
Bourgeois, 10 am is when you come to me, 2006, Sammlung
Deutsche Bank
Im IBC-C ist Bourgeois’
doppelbödige Serie 10 am is when you come to me zu sehen: Die
Uhr schlägt zehn, Hände umgreifen einander. Wer hier wem begegnet, bleibt
allerdings ebenso unklärt wie die Antwort auf die Frage, ob es hier um
Liebe oder Gewalt geht. Wie der absolute Gegenentwurf zu Bourgois
hermetischem, düsteren Kosmos erscheinen die Arbeiten von Laura
Owens. Ein Löwe, dessen Haupt sich über orange und rosa züngelnden
Flammen erhebt, ein junges Mädchen, das träumend an ihrem Stift kaut: die
Bilderwelt der US-Künstlerin erinnert auf den ersten Blick Illustrationen
für Kinderbücher, Volkskunst oder japanische Tuschezeichnungen. Doch die
scheinbare Naivität ihrer Arbeiten täuscht. Es handelt sich um komplexe
Farbkompositionen, die im Dialog mit der Geschichte der Malerei und der
Tradition der Moderne entstehen.
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