Rendezvous in Singapur "All the Best. The Deutsche
Bank Collection and Zaha Hadid" im Singapore Art Museum

Nach
ihren Erfolgen im Berliner Deutsche Guggenheim und dem Hara Museum in
Tokio ist die Jubiläumsschau der Sammlung Deutsche Bank noch bis zum 20.
November 2006 im renommierten Singapore Art Museum zu sehen. In "All the
Best. The Deutsche Bank Collection and Zaha Hadid" verbinden sich über 150
meist junge, kontroverse Arbeiten auf Papier mit dem visionären
Ausstellungsdesign der Londoner Star-Architektin zu einem spektakulären
Gesamtkunstwerk. Dr. Ariane Grigoteit, Direktorin der Deutsche Bank
Kunst und eine der Kuratorinnen der Schau, über Begegnungen von Leben und
Kunst und ein Museum mit einer ganz besonderen Aura.
 Eine
der Skulpturen von Zaha Hadid vor
dem Singapore Art Museum
Schon beim ersten
Besuch erweist sich das berühmte Singapore
Art Museum (SAM) als magischer Ort. In der schwülwarmen Witterung des
asiatischen Stadtstaats empfängt uns nach langem Flug und der Fahrt über
die von tropischer Flora und Fauna gesäumte Schnellstraße das kompetente
Museumsteam um Direktor Kwok Kian Chow und Kuratorin Joselina Cruz. Das
international renommierte Ausstellungshaus besitzt die weltweit
umfangreichste öffentliche Sammlung zeitgenössischer Kunst aus Südostasien
und spielt im kulturellen Leben Singapurs eine zentrale Rolle.
 Der
Innenhof des SAM
Wer hier jedoch auf den
ersten Blick asiatische Kultur erwartet, wird angesichts des italienisch
anmutenden, neobarocken Gebäudeensembles überrascht. Denn untergebracht
ist das Museum in einer ehemaligen katholischen Jungenschule, die bis
heute mit weißen Kolonnaden, korinthischen Kapitellen und der mit einem
Kreuz gekrönten Kuppel besticht. Zu verdanken hat Singapur die ehemalige St.
Joseph’s Institution den De
La Salle Brothers, einem katholischen Orden, der Mitte des 19.
Jahrhunderts mit dem Bau der Missionsschule schräg gegenüber der
Kathedrale begann. Erst nach dem Umzug der Schule, Ende der 80er Jahre,
wurde das historische Bauwerk zum nationalen Denkmal erklärt und unter der
Leitung des Architekten Wong Hooe Wai aufwendig zum Museum restauriert.
 Dr.
Ariane Grigoteit, Direktorin der Deutsche Bank Kunst, und Kwok
Kian Chow, Direktor des SAM, im Innenhof des Museums
Doch
dies allein reicht nicht zur Definition als magischem Ort. Es sind auch
nicht nur die eindrucksvolle, an Berninis
Kolonnaden der römischen Peterskirche
angelehnte Fassade, die mit Palmen und Springbrunnen geschmückten
Innenhöfe oder der noch immer erhaltene Kapelle mit den Kreuzstationen
Christi, in der Generationen von Schülern beteten. Vielmehr ist es das
junge Brautpaar, das sich an diesem Vormittag ausgerechnet hier
eingefunden hat, um den just geschlossenen Bund der Ehe fotografisch
dokumentieren zu lassen: Sie im weißen, langen Brautkleid, er im
traditionell dunklen Hochzeitsanzug. Als wir gemeinsam vor die Linse
geraten, erzählt der Bräutigam stolz, dass er hier zur Schule gegangen ist
und seiner Braut diesen Ort unbedingt zeigen wollte.
 Zaha
Hadids Design für die Ausstellungsräume
So
speist sich die Aura des Singapore Art Museums nicht nur aus der
Verbindung historischer und zeitgenössischer sowie kultureller und
religiöser Elemente, sondern vor allem aus der überraschenden, viel weiter
reichenden, schönen und vielschichtigen Begegnung aus Leben und Kunst.
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Martin Eder, ohne Titel, 2006, ©VG
Bild-Kunst, Bonn 2006
Sammlung Deutsche Bank
In diesem renommierten Museum zu Gast zu sein, freut und
ehrt uns deshalb gleichermaßen, besonders da hier nach den Stationen im
Berliner Deutsche
Guggenheim und dem Hara
Museum in Tokio die im vergangenen Jahr gestartete
Ausstellungstrilogie zum 25jährigen Jubiläum der Sammlung
Deutsche Bank ihren spektakulären Abschluss und Höhepunkt findet. In
der eigens für Singapur konzipierten Schau All
the Best. The Deutsche Bank Collection and Zaha Hadid sind die
mehr als 150 ausgewählten Sammlungs-Exponate erneut in einer visionären
Raumlandschaft zu erleben, die die Fokussierung auf die jüngsten
Entwicklungen der internationalen Kunstszene noch unterstreicht. Ein
gigantischer weißer Blütenkelch entfaltet sich vor der barocken Fassade
des SAM und empfängt hier die Besucher, die so bereits am Eingang des
Museums auf das visionäre Design von All the Best eingestimmt
werden. Die elliptischen Strukturen im Palmen gesäumten Innenhof des
Museums scheinen durch die Wände hindurch zu fließen oder gen Himmel zu
streben. Im Inneren des Gebäudes setzt sich diese Bewegung in den
organisch geformten Architekturelementen fort, die das Publikum bei seinem
Rundgang durch die Ausstellungsräume leiten.
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Juergen Teller, Bambi's Rescue, 2005,
© Juergen Teller, Sammlung Deutsche Bank
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Wer es sich zur Aufgabe macht, aus der Sammlung Deutsche
Bank eine Ausstellung zusammen zu stellen, wird zunächst von der
Bandbreite der Künstler überwältigt sein, die in der Bestandsliste von
mehr als 50.000 Werken vertreten sind. Angesichts des Spektrums großer
Namen vom frühen 20. Jahrhundert bis hin zu jüngsten internationalen
Newcomern der Kunstszene übernahm hier Joselina Cruz vom Singapore Art
Museum eine konsequent aktuell ausgerichtete kuratorische Patenschaft.
 Robert
Lucander, Doch zuviel Realität
sieht eben nicht aus, Sammlung
Deutsche Bank, ©Contemporary
Fine Arts
Flankiert von Größen wie Joseph
Beuys, Eva
Hesse und Bruce
Nauman bestimmen vor allem die Werke der nachfolgenden Generationen
und Neuankäufe der Sammlung das Bild. Während
die deutsche Gegenwartskunst von Vertretern wie Tobias
Rehberger, Martin
Eder oder Gregor
Schneider repräsentiert wird, liegt der Schwerpunkt auf der globalen
Ausrichtung der Sammlung. Der Schwerpunkt liegt aber
auf der globalen Ausrichtung der Sammlung. So zeigt
die Schau neue Arbeiten aus den USA, Lateinamerika, Südafrika, Russland
und Asien. Der aus Nigeria stammende Young British Artist Chris
Ofili greift in seinen opulenten Akten schwarzer Frauen die exotischen
Mythen der expressionistischen Künstlergruppe Der
Blaue Reiter auf.
 Dr.
Lakra, Ohne Titel (mono blanco), 2005, © Dr. Lakra Sammlung
Deutsche Bank
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