Splitting 10 & 11, 1975 Privatsammlung,
New Jersey/ Private collection, New Jersey, ©Estate
of Gordon Matta-Clark, Foto: Sheldan C. Collins
Das
ist wohl auch das, was Matthew
Barney an ihm fasziniert. Gordon hat aber auch viel Zeit damit
verbracht, Sponsoren für seine Arbeiten zu finden. Was würde er dazu
sagen, dass nun die Deutsche Bank die Ausstellung im Whitney Museum
sponsert?
Die Leute haben gesagt, Gordon
wäre ein Reichensöhnchen, aber das stimmte nicht. Roberto Matta hat keine
Riesenmengen an Geld geschickt. Das unglaubliche am Sponsoring der
Deutschen Bank war, wie sehr sich Gary Hattem, Präsident der Deutsche Bank
Americas Foundation, mit dem identifizierte, was Gordon zu erreichen
versucht hat – mit dem, was sein Leben darstellte. Hattem hat die
Ausstellung nicht nur verstanden, er hat auch einen beinahe
missionarischen Eifer an den Tag gelegt. Ich war total überwältigt von
diesem Engagement der Deutschen Bank.
 Gordon
Matta-Clark bei der Arbeit an dem Haus in
Englewood, New Jersey, in Vorbereitung zu Splitting, 1974 Courtesy
of Gordon Matta-Clark and David Zwirner, New York
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Zu Gordons frühesten Sponsoren gehörte die
Kunsthändlerin Holly
Solomon und ihr Mann, Horace Solomon, der Haarklammer-Tycoon. 1974
förderten die beiden Splitting, das
Projekt, bei dem Gordon in Englewood, New Jersey, ein Haus in zwei Teile
schnitt.
Das Haus gehörte der Familie von Horace und war zum
Abriss vorgesehen. Gordon hatte gerade ein Jahr zuvor ein Haus in Genua
durchgeschnitten. Und 1969 war er in Robert
Wilsons Theaterstück The Life and Times of Sigmund Freud
aufgetreten, wo Wilson angeblich eine Wand auf der Bühne gespalten hat.
 Gordon
Matta-Clark in Robert Wilsons The
Life and Times of Sigmund Freud, 1969 Foto:
Martin Bough Images
Im Film
Splitting, 1974 sehen wir, wie Gordon das Haus zerteilt. Wie konnte er
wissen, dass es nicht zusammenbrechen würde?
Was die
Baustruktur angeht, konnte er nicht sicher sein. Eigentlich wollte er
einen schmalen Spalt sägen. Er hat dabei die Säge aus einem Sägewerk
benutzt. Als er den Spalt erweiterte, redete er mit Bernard
Kirschenbaum, der damals ein Teil von Anarchitecture war.
Kirschenbaum hatte mit dem Erfinder Buckminster
Fuller an den geodätischen Kuppeln gearbeitet, also fragte Gordon ihn
technische Dinge – was wohl passieren würde, wenn er die Steine des
Fundaments entfernen würde, um den Spalt größer zu machen, zum Beispiel.
Kirschenbaum bestärkte ihn. Während sie die Steine entfernten, war das
Haus aufgebockt. Es muss eine sehr riskante Geschichte gewesen sein.
Gordon
Matta-Clark You are the measure, Retrospektive noch bis 3.
Juni 2007 Whitney Museum of American Art 945 Madison Avenue, New York
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